Der grüne Daumen des Bauhofs

Zusammen mit ihren Bürgerinnen und Bürgern will die Stadt Leichlingen im Rahmen ihrer Kampagne „Wir sind Blütenstadt“ mit gezielten Aktionen und Projekten den Beinamen „Blütenstadt“ zu neuem Leben erwecken. Ziel der Aktivitäten ist es, nicht nur die Attraktivität der Innenstadt zu steigern, sondern auch für die Biodiversität im urbanen Raum und die Verbesserung von Aufenthaltsqualität und Stadtklima zu sorgen.

Im ersten Schritt wurden die Leichlinger*innen vor rund einem Jahr nach ihren Ideen und Vorstellungen für ihre Heimatstadt gefragt. Insgesamt wurden 26 Projektideen eingereicht. Geordnet in sieben Projektthemen, sind sie in den Förderantrag bei der Städtebauförderung eingeflossen, für den nun die Mittel bewilligt wurden. Die sieben Themenbereiche sind:

  • Aufwertung der Grünflächen um das Bürgerhaus
  • Anlage eines „Blütenstadt-Gartens“ 
  • Urban Gardening
  • Naturnahe Staudenbepflanzungen/ Zukunftsbäume im öffentlichen Raum
  • Insektenhotel im öffentlichen Raum
  • Wissenschaftliche Betrachtung der „alten Sorten“
  • Kommunikationskonzept „Wir sind Blütenstadt“ weiterentwickeln

Jetzt, da die Mittel verfügbar sind, wird es konkret.

Der Leichlinger Bauhof ist maßgeblich am Projekt „Wir sind Blütenstadt“ beteiligt. Seine Mitarbeiter*innen sind in der ganzen Stadt unterwegs, um Blumen, Sträucher und Bäume im öffentlichen Raum zu pflanzen und zu pflegen. Ihre grünen Daumen sorgen dafür, dass unsere Blütenstadt in voller Pracht erstrahlt. Dabei arbeitet der Bauhof an verschiedensten Projekten, die den Beinamen unserer Stadt unterstreichen sollen – einige davon werden auf dieser Seite vorgestellt.

Der Blütenstadt Garten

Als erstes großes Projekt soll der „Blütenstadt Garten“ auf der städtischen Fläche zwischen Rathaus und Cremers Weiden entstehen. Der städtische Bauhof legt den Garten mit Obstbäumen, Beerensträuchern und Hochbeeten an. Auch die entsprechende Infrastruktur mit Wasseranschluss auf dem Gelände und Geräteschuppen wird installiert. Dann sind die Bürgerinnen und Bürger gefragt, die den Garten selbst „beackern“ und anschließend auch die Ernte mit nach Hause nehmen sollen. Hier gilt es nun ein Projekt-Team zu finden, das sich eigenverantwortlich um die Pflege des Stadtgartens kümmert. Interessierte können sich unter bluetenstadt(at)leichlingen.de melden.

Natürlich lässt die Stadt ihre Bürger*innen dabei nicht alleine. Neben der Anlage des Gartens wird der städtische Bauhof auch die Pflege desselben kontinuierlich begleiten. Zum Auftakt wird nach den Herbstferien im Oktober ein Workshop mit Tipps und Tricks zur Hochbeetbepflanzung durch den Bauhof-Mitarbeiter Oliver Heidelberg stattfinden. Hier lernt die Projekt-Gruppe unter anderem, was wann angebaut wird, wie man das Beet richtig vorbereitet und düngt und welche alten Gemüsesorten heute fast in Vergessenheit geraten sind.

Wildblumenprojekt Kirchstraße

Im Rahmen des Wildblumenprojekts hat der Bauhof bei den neu gepflanzten Bäumen an der Kirchstraße die Blütenmischung COSMOS eingesät. Die mittelhohe Blumenmischung aus bunten Farben und vielzähligen Formen blüht besonders lang. Die Zusammensetzung aus Bauerngartenpflanzen und heimischen Wildstauden vermittelt ländlichen Charme. Ab dem zweiten Standjahr blühen dann auch die Wildstauden. Die Blütezeit ist von Mai bis November.

Wildblumenprojekt Wendekreis Balker Aue

Das Wildblumenprojekt des Bauhofs am Wendekreis Balker Aue trägt 2020 ganz andere Blüten als im letzten Jahr. 2019 prägten einjährige Wildblumen wie Mohn und Kornblumen das Bild der neu angelegten Fläche. Denn um bereits im ersten Jahr nach der Ansaat einen Blühaspekt zu erzielen, wurde eine Mischung einjähriger Wildblumensamen beigemischt. Im 2. Standjahr sind die Einjährigen fast vollkommen verschwunden und die mehrjährigen Wildblumen zeigen ihre Blütenpracht. Der Frühjahrsflor Ende Mai wurde bestimmt durch Wiesenmargerite, Ackerwitwenblume, rote Lichtnelke und echten Wundklee. Es wurden auch rund 50 Prozent Gräser beigemischt. Diese sind wichtige Nahrung für Schmetterlingsraupen wie z. B. die des Schachbrettfalters.

Wildbienenhaus am Hühnerbusch


Das Wildbienenhaus wurde für die Ausstellung zum Obstmarkt 2015 von Mitarbeiter*innen des Bauhofs im Fachwerkstil gebaut. Nach langer Suche wurde im Anschluss endlich ein geeigneter Standort auf dem Obstwanderweg gefunden, in der Nähe einer Streuobstwiese - also in bester Lage für die kleinen Bewohner*innen. Die Bestückung der Gefache wurde mit Materialien vorgenommen, die von Fachleuten empfohlen werden. So wurde Hartholz aus Eiche und Esche verwendet, welches bei Bohrungen nicht ausfranst und so den Wildbienen die Flügel nicht beschädigt. Sogenannte Tonkinstäbe wurden ebenso verbaut wie eigens dafür gebrannte Ton-  und Strangfalzziegel. Die Bohrungen wurden in der Größe von 3 bis 8 mm vorgenommen.

Die meisten Wildbienen-Arten sind Einzelgänger*innen. Sie bauen ihre Nester in Hohlräumen von alten Pflanzenstängeln, Trockenmauern oder Totholz, aber auch in verlassenen Schneckenhäusern und im Boden. Das Wildbienenhaus stellt ihnen alternative Nistmöglichkeiten zur Verfügung. Die kleinen Bohrungen füllen die Bienen mit Pollen und Nektar und legen dann ein Ei darin ab. Danach versiegeln sie die Neströhre, um ihre Nachkommen zu schützen, bis diese stark genug sind, um sich hinauszugraben.

Neugestaltung Beetfläche Marktstraße

Nach und nach werden alte und verunkrautete Beetflächen in Leichlingen durch neue Bepflanzungskonzepte ersetzt. Das ist natürlich mit einigem Aufwand verbunden, das Ergebnis kann sich aber sehen lassen, wie man am Beispiel des Beetstreifens an der Marktstraße sehen kann. Zunächst wurde die Fläche ausgehoben und ein neues Erdsubstrat eingebaut. Die Beetenden wurden mit Natursteinpflaster gestaltet.

Die Pflanzenauswahl wurde passend zum Kreisverkehr Kirchstraße vorgenommen, dessen Stauden sich durch ihre lange Blühzeit auszeichnen. Neben der Farbgestaltung fand auch die Struktur der Bepflanzung Beachtung. Mit Höhen und Mustern wurde ein zusätzlicher Effekt erzielt, auch die unterschiedlichen Blattfarben sorgen für Abwechslung. Grundlage des Konzeptes war eine möglichst lange Blütezeit

Anfang März 2019 wurde die Fläche mit Natursteinen eingefasst und neu bepflanzt. Rutenhirse (ein höheres Gras) sowie Goldastern, die im Spätsommer reichhaltig gelb blühen, sind Strukturgeber. Salbei und Taglilien sorgen für Farbtupfer und Blühaspekte vom Frühjahr bis in den Sommer. Durch Rückschnitt der verblühten Salbeistängel wird die Blütezeit noch mal deutlich verlängert. Als bodendeckende Komponente dient eine kriechende Aster, die mit ihren schönen hellblauen Blüten ab Anfang Juli hervorsticht. Abgerundet wird die Fläche durch blutrote Berberitzen, die sich aneinandergereiht durch die Fläche schlängeln.

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