In der Blütenstadt Leichlingen sind die Auswirkungen des Klimawandels bereits spürbar geworden. In jüngster Vergangenheit kam es zu Extremwetterereignissen wie Hochwasser, Starkregen, Hitzewellen oder Stürmen. Diese Ereignisse verdeutlichen, dass insbesondere auf lokaler Ebene dringender Handlungsbedarf besteht. Infolge mehrerer Starkregenereignisse in den Jahren 2018, 2021 und 2024 sowie der Trockenperioden in den Jahren 2018 bis 2021 hat die Stadtverwaltung bereits Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel im Bereich der Innenstadtgrünflächen, der Trockenheit und der Starkregenvorsorge initiiert.
Neben dem Klimaschutz kommt deshalb der Anpassung an die Folgen des Klimawandels eine besondere Bedeutung zu. Nicht nur die Ursachen sind zu bekämpfen, sondern auch die Symptome des Klimawandels sind zu behandeln. Dabei unterscheiden sich die Auswirkungen des Klimawandels in ihrem Ausmaß und in ihrer Art und Weise von Region zu Region. Aus diesen Gründen stehen Kommunen unter Druck, sich verstärkt und frühzeitig um Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels zu kümmern.
Vom 1. Juni 2024 bis zum 31. März 2026 hat die Stadtverwaltung das Integrierte Klimaanpassungskonzept für die Blütenstadt Leichlingen erarbeitet. 19 konkrete Maßnahmen sollen die negativen Folgen des Klimawandels wie Hitze, Trockenheit, Starkregen und Hochwasser in Leichlingen begrenzen, Risiken minimieren und Schäden an Infrastruktur, Gesundheit und Umwelt vermeiden sowie die Lebensqualität langfristig sichern. Für die Blütenstadt wurden dabei die Handlungsfelder Stadtplanung, Wasser, Menschliche Gesundheit, Biodiversität und Land- und Forstwirtschaft als besonders relevant identifiziert und entsprechende Hotspots im Stadtgebiet ermittelt.
3
Kurzfristig
Kontinuierlich
Hoch
Mittel
Mittelfristig
Langfristig
2
Gering
1
Erklärung
Priorisierte Maßnahme im Förderantrag A.2
Nicht priorisierte Maßnahme im Förderantrag A.2
Für die Erarbeitung der Maßnahmen wurden vorab im Rahmen des Anpassungskonzepts neben einer Bestandsaufnahme, die die stadträumliche Ausgangslage und die bisherigen sowie prognostizierten klimatischen Veränderungen untersucht hat, auch Betroffenheiten und Vulnerabilitäten, die in Leichlingen durch Klimawandelfolgen auftreten, identifiziert. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, wurden umfangreiche wissenschaftliche Daten und Literatur ausgewertet und durch Wissen von lokalen Expert*innen sowie durch eine Bürger*innenbeteiligung komplementiert.
Die Entwicklung des Integrierten Klimaanpassungskonzepts wurde im Rahmen des Programms ,,Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels‘‘ mit einer Laufzeit von zwei Jahren durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.
Vorhabenszeitraum: 1.6.2024 – 31.5.2026Förderkennzeichen: 67DAA00661Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit Projektträger: ZUG Zukunft – Umwelt – Gesellschaft gGmbH
Das globale Klima ändert sich, der Klimawandel schreitet voran und die Warnungen vor den Folgen sind allgegenwärtig. Temperaturanstieg, Extremwetterlagen, Dürre und Trockenheit in Wäldern, Waldbrand, Ernteausfälle etc. sind als Auswirkungen durch die zunehmende Erwärmung einzustufen, wobei das Ausmaß der Szenarien aktuell schwer zu prognostizieren ist. Die Treibhausgase und insbesondere Kohlenstoffdioxid (CO2) sind die Hauptverursacher für die Erderwärmung.
Im Falle eines ungebremsten Klimawandels ist im Jahr 2080 in Deutschland z. B. durch Reparaturen nach Stürmen oder Hochwassern und Mindereinnahmen der öffentlichen Hand mit einer Zunahme der Kosten je nach Klimaszenario auf jährlich 0,3 bis 0,75 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu rechnen, was bezogen auf das heutige BIP in Deutschland zwischen 8 und 21 Milliarden Euro pro Jahr entsprechen würde (Ciscar et al. 2009). Die klimabezogenen Prognosen zeigen, dass auch die Stadt Leichlingen von diesen Entwicklungen nicht verschont bleibt. Der Klimawandel ist also nicht ausschließlich eine ökologische Herausforderung, sondern auch in ökonomischer Hinsicht von Belang. Wir alle sind deshalb zum Umdenken und Handeln gezwungen.
Die im Zuge der Erarbeitung der Klimawandelvorsorgestrategie für die Region Köln/Bonn durchgeführte Klimawirkungsanalyse weist für die Region eine prognostizierte Zunahme der Anzahl heißer Tage, an denen das Thermometer über 30 Grad Celsius erreicht, um bis zu neun Tage (RCP4.5) bzw. zwischen acht und achtzehn Tage im Fall eines starken Klimawandels (RCP8.5) für den Zeitraum bis 2050 auf. Für denselben Zeitraum wird von einer geringen bis moderaten Zunahme der Niederschlagsmengen auf regionaler Ebene ausgegangen. Aufgrund der Annahme, dass sich die Niederschläge zunehmend auf weniger, dafür aber intensivere Ereignisse konzentrieren, kann zudem von häufiger auftretenden Jahrhunderthochwassern (HQ100) ausgegangen werden. Unter Einbeziehung des Digitalen Geländemodells (DGM) wird aufgrund der Topografie der Region von einer Zunahme des Sturzflutrisikos insbesondere im östlichen Bereich ausgegangen. Um bestmöglich auf die sich wandelnden Umweltbedingungen eingestellt zu sein, müssen frühzeitig Weichen gestellt werden. Die im Klimaanpassungskonzept entwickelten Maßnahmen bilden dafür erste wichtige Bausteine.
Unsere Webseite verwendet Cookies. Diese haben zwei Funktionen: Zum einen sind sie erforderlich für die grundlegende Funktionalität unserer Website. Zum anderen können wir mit Hilfe der Cookies unsere Inhalte für Sie immer weiter verbessern. Hierzu werden pseudonymisierte Daten von Website-Besuchern gesammelt und ausgewertet. Das Einverständnis in die Verwendung der Cookies können Sie jederzeit widerrufen. Weitere Informationen zu Cookies auf dieser Website finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und zu uns im Impressum.
Diese Cookies werden für eine reibungslose Funktion unserer Website benötigt.