Die steigenden Temperaturen führen dazu, dass die wärme- und trockenheitsliebenden Raupen des Eichenprozessionsspinners langsam wieder aktiv werden. Die Nester, die an dichte Spinnweben erinnern, treten fast ausschließlich an Deutschen Eichen auf, äußerst selten auch an Roteichen oder anderen Eichenarten. Ihren Namen haben die Raupen erhalten, weil sie sich nachts zum Fressen in einer langen Marschreihe in die Baumkronen bewegen, ähnlich einer Prozession.
Die Jungraupen durchlaufen fünf bis sechs Entwicklungsstadien bis zur Verpuppung. Ab dem dritten Larvenstadium können ihre mikroskopisch kleinen Brennhaare bei Menschen durch Berührung und Einatmen allergische Reaktionen hervorrufen. Auch für neugierige Hundenasen stellen die Brennhaare eine erhebliche Gefahr dar, denn die Nester verbleiben oft ganzjährig am Baum oder fallen herab auf den Boden. Zu entdeckten Gespinsten sollte daher ein großzügiger Abstand gehalten werden, Berührungen von Raupen und Nestern sind unbedingt zu vermeiden.
Die Stadtverwaltung Leichlingen hat ein Kataster erstellt, in dem vermerkt ist, an welchen öffentlichen Gebäuden, Plätzen oder stark frequentierten Wegen im Stadtgebiet Eichen aller Art stehen. Diese Bäume werden regelmäßig kontrolliert. Im Falle einer Gefährdung für die Bürger*innen werden die Gefahrenbereiche großzügig abgesperrt und ein zertifiziertes Fachunternehmen unverzüglich mit der Beseitigung der Raupen und deren Nestbauten und Gespinsten beauftragt. Vorkommen in der freien Landschaft, in Wäldern und an Feldwegen haben keinen Anspruch auf Beseitigung, die Nester sind dort als landschafts- und waldtypische Gefahr zu betrachten.
Ebenfalls ab Mai sehr präsent sind die dem Eichenprozessionsspinner ähnlichen, aber harmlosen Gespinstmotten. Von ihnen geht keinerlei Gefahr für Mensch und Tier aus. Die Raupen der Gespinstmotten befallen wenige spezielle Baum- und Straucharten wie Traubenkirschen, Weißdorn oder Pfaffenhütchen, die sie einspinnen und regelrecht kahlfressen. Aktuell ist zum Beispiel die Traubenkirsche hinter der Evangelischen Kirche von Gespinstmotten befallen. Mit den Gespinsten schützen sich die Mottenraupen vor Fressfeinden und der Witterung. Den Bäumen und Sträuchern schadet der Befall nicht, mit dem zweiten Blattaustrieb Mitte Juni verschwinden auch die Anzeichen der Schäden. Auf den Einsatz von Insektiziden gegen die Gespinstmotten sollte aus Umweltschutzgründen verzichtet werden. Mit der Vernichtung der Gespinstmotten schadet man außerdem auch ihren natürlichen Fressfeinden wie Schlupfwespen, Raubwanzen und Singvögeln, die ihre Brut mit den Raupen füttern.
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