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Elterninitiative Let Kids Be Kids

Elterninitiative Let Kids Be Kids

 

Die Leichlinger Elterninitiative „Let Kids Be Kids“, die Stadt Leichlingen und die Leichlinger Schulen setzen sich gemeinsam für einen überlegten Social-Media-Konsum von Kindern und Jugendlichen ein.

Die Elterninitiative hat dafür eine freiwillige Elternvereinbarung entwickelt: Kinder sollen soziale Medien erst ab 13 Jahren nutzen – so, wie es die Plattformen in ihren eigenen Nutzungsbedingungen bereits vorsehen. Während an Schulen die private Handynutzung bereits verboten ist, findet der Großteil der Mediennutzung im familiären Umfeld statt – genau dort setzt das Bündnis an.

Die Initiative möchte möglichst viele Eltern zusammenbringen, die sich gemeinsam dazu entscheiden, ihre Kinder – zumindest noch nicht – an den Sozialen Medien teilhaben zu lassen. 

 

Vorstellung Let Kids Be Kids – Elterninitiative aus Leichlingen
 

Kinder brauchen Kindheit – keine Klicks.
Und Erwachsene, die hinschauen und gemeinsam handeln.

Wir sind Eltern aus Leichlingen, die dieselbe Frage umtreibt: Ab wann ist mein Kind bereit für soziale Medien?

WhatsApp, TikTok, Instagram, Snapchat, YouTube und Co. gehören längst zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Allen gemeinsam sind die Prinzipien in ihrem Aufbau, um Inhalte zu produzieren, zu konsumieren, zu teilen, zu kommentieren und sich endlos darin zu verlieren.Spätestens beim Wechsel auf die weiterführende Schule wünschen sich viele Kinder ein eigenes Smartphone. Der Satz „Aber alle anderen haben doch auch schon ein Smartphone!" erhöht den Druck auf Eltern zusätzlich. Dabei müssen Eltern nicht alles auf einmal entscheiden. Ein eigenes Handy ist das eine, der Zugang zu sozialen Medien das andere. Wer seinem Kind zunächst vor allem Erreichbarkeit ermöglichen möchte, kann auch mit einem Handy starten. Social Media kann später kommen.
 

Unser Ziel
 

Wir wollen den Druck von den Familien nehmen, der zwangsläufig entsteht, wenn sich unsere Kinder als Außenseiterinnen und Außenseiter fühlen. Wir wollen Familien eine echte Alternative zum „Alle anderen dürfen aber!“ geben.

Daher werben wir für eine freiwillige Elternvereinbarung: Möglichst viele Leichlinger Familien vereinbaren, ihren Kindern eigene Social-Media-Konten frühestens ab 13 Jahren zu ermöglichen - entsprechend den Altersgrenzen vieler Plattformen. Je mehr mitmachen, desto weniger ist ein Kind ohne Konto ein Einzelfall. Aus „Ich darf nicht" wird in Leichlingen „Bei uns machen das viele so".

 

Warum Kinder besonderen Schutz brauchen
 

Beim Jugendschutz sind wir es gewohnt, klare Grenzen zu ziehen. An der Kinokasse gilt die Altersfreigabe. In der Videothek waren bestimmte Filme für Kinder nicht zugänglich. Erwachsene entschieden mit, welche Inhalte ein Kind sehen darf - und welche noch nicht.

Bei sozialen Medien funktioniert dieser Schutz allerdings sehr eingeschränkt bis garnicht.

Gewaltverherrlichende, pornografische oder sexualisierte Inhalte, Darstellungen von Selbstverletzung, Hass, extreme Schönheitsideale oder andere verstörende Bilder und „Geschichten“ können nur wenige Klicks oder einen einzigen Wisch entfernt sein. Kinder müssen danach nicht einmal selbst suchen. Solche Inhalte können ihnen im Feed, über automatische Empfehlungen, geteilte Beiträge oder Gruppenchats begegnen.

Und genau hier liegt für uns ein entscheidender Punkt: Auch aufmerksame und engagierte Eltern können ihre Kinder vor solchen Inhalten kaum zuverlässig schützen, solange sie soziale Medien nutzen.

Wir können mit unseren Kindern sprechen. Wir können Regeln vereinbaren, Bildschirmzeiten begrenzen und Sicherheitseinstellungen nutzen. All das ist wichtig. Aber wir können nicht kontrollieren, welches Video als Nächstes erscheint, was jemand in einen Gruppenchat stellt oder welches verstörende Bild plötzlich auf dem Bildschirm auftaucht.

Und ein Kind kann nicht „ungesehen“ machen, was es einmal gesehen hat.

Gerade jüngere Kinder verfügen noch nicht über die emotionale Reife und Lebenserfahrung, um drastische Gewalt, Pornografie oder andere verstörende Inhalte so einzuordnen wie Erwachsene. Solche Erfahrungen können Angst auslösen, überfordern und Kinder nachhaltig belasten. Im schlimmsten Fall können sie traumatisierend wirken.

Deshalb sind wir überzeugt: Bei jüngeren Kindern kann die Antwort nicht allein „mehr Begleitung“ oder „mehr Medienkompetenz“ lauten. Manchmal bedeutet wirksamer Schutz ganz einfach: noch nicht.

Der verlässlichste Schutz vor ungeeigneten Inhalten ist zunächst, Kindern den Zugang zu sozialen Medien noch nicht zu eröffnen.

Wir würden einem zehnjährigen Kind auch nicht erklären, wie es mit einem Film ab 18 umgehen soll - und es anschließend trotzdem damit alleine lassen. Wir würden dafür sorgen, dass es diesen Film noch nicht sieht.

Warum sollten wir bei sozialen Medien einen geringeren Schutzmaßstab anlegen?

Auch die wissenschaftlichen Hinweise auf Risiken intensiver Social-Media-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen sind deutlich. Die Forschung bestätigt mit jedem neuen Fachartikel das Suchtpotenzial der Plattformen und die schädlichen Auswirkungen auf das Wohlergehen unserer Kinder. Ausgelöst durch die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat die Forschungslage im August 2025 zusammengefasst: Intensive Nutzung geht häufig einher mit depressiven Verstimmungen, Angstsymptomen sowie Schlaf- und Aufmerksamkeitsproblemen. Die Fachleute empfehlen deshalb: keine Social-Media-Konten für Kinder unter 13 Jahren, für 13- bis 15-Jährige nur mit Zustimmung und mit verantwortungsvoller Begleitung durch die Eltern.

Der Grund für das hohe Suchpotenzial liegt sowohl am Stadium der kindlichen Entwicklung als auch der absichtlichen suchterzeugenden Bauart der Apps. Ein automatisches Empfehlungssystem - der sogenannte Algorithmus - wählt selbstständig die nächsten passenden Inhalte und präsentiert diese, bzw. spielt diese bei einem Video direkt ab. Es gibt keinen natürlichen Schlusspunkt, an dem ein Kind merkt: Jetzt ist Schluss. Aus „nur kurz gucken" werden so schnell mehrere Stunden.

Mit unseren Sorgen sind wir nicht allein: Die Mehrheit der Erwachsenen und bereits viele Kinder in Deutschland sprechen sich dafür aus, dass Kinder und Jugendliche erst ab 16 Jahren ein eigenes Social-Media-Konto anlegen und betreiben dürfen.

 

Was macht Let-Kids-Be-Kids
 
  • Wir vernetzen Eltern in Leichlingen über Schulgrenzen hinweg – bei regelmäßigen Elternabenden in lockerer Runde.
  • Wir tauschen praktische Erfahrungen aus: Welches Handy ohne Apps ist zu empfehlen? Wie reagiere ich auf den Klassenchat?
  • Wir suchen das Gespräch mit den Leichlinger Schulen und der Stadt.
  • Wir stärken uns gegenseitig den Rücken, damit Eltern konsequent und trotzdem gelassen bleiben können.

 

Wir sind nicht technikfeindlich - im Gegenteil
 

Unsere Kinder sollen fit werden für die digitale Welt: kreativ, kompetent und kritisch. Nur entsteht diese Kompetenz nicht dadurch, dass man Zehnjährige mit Social Media Plattformen wie WhatsApp, YouTube oder TikTok allein lässt - so wenig, wie man Fahrradfahren lernt, indem man ohne Helm auf die Bundesstraße geschickt wird.

Wir wollen digitale Medien nicht aus dem Leben unserer Kinder verbannen. Wir wollen ihnen die Zeit, Begleitung und Reife geben, die sie brauchen, um gut mit ihnen umgehen zu können.

Denn Medienkompetenz bedeutet nicht, möglichst früh mit allem konfrontiert zu werden. Sie bedeutet auch zu erkennen, wann ein Kind für etwas noch nicht bereit ist.

Kinder müssen nicht lernen, alles auszuhalten. Wir Erwachsenen müssen dafür sorgen, dass sie manches noch gar nicht aushalten müssen.
 

Machen Sie mit!
 

Kinderschutz gelingt nicht im Alleingang. Er braucht Gemeinschaft. Gemeinsam können wir in Leichlingen einen Schutzraum schaffen, in dem Kinder länger Kinder sein dürfen - und Eltern nicht allein gegen das „Aber alle anderen dürfen!“ ankämpfen müssen.

Es heißt: Es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen. Leichlingen kann dieses Dorf sein.

Je mehr Familien mitmachen, desto selbstverständlicher wird es, mit zehn, elf oder zwölf Jahren noch kein Social-Media-Konto zu haben.

Alle Informationen, Termine unserer Elternabende, geprüfte Quellen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite: www.let-kids-be-kids.de

Oder schreiben Sie uns: hallo(at)let-kids-be-kids.de

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