Foto von Hof Leysiefen

Leysiefen

Als Schmuckstück präsentiert sich die Hofschaft Leysiefen vor der prächtigen Waldkulisse des Bongert. Trotz Sanierungen und Modernisierungen hat sich das Örtchen die Atmosphäre einer typischen bergischen Hofschaft bewahren können. Es wurde 1989 anlässlich des Kreiswettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden" ausgezeichnet.

Die Entstehung und Entwicklung der Hofschaft ist eng verknüpft mit der Burg Leysiefen und der Burg Nesselrath.

Der erste urkundliche Beleg über Leysiefen ist in der 1909 erschienenen Chronik der Bürgermeisterei Leichlingen abgedruckt. Am Tage der 11.000 Jungfrauen und Märtyrerinnen des Jahres 1280, den 21. Weinmonat oder 21. Oktober, kauften Graf Adolf und Gräfin Elisabeth von Berg von Adolf von Leyginsiephen und seiner Gemahlin Aleidis die Burg von Leyginsiephen mit allen ihren zugehörigen Grundstücken und Höfen für 400 Kölnische Mark. Der Landesherr konnte die Summe nicht sofort zahlen und er übertrug dafür den Verkäufern Naturalabgaben aus verschiedenen anderen Besitzungen. Nach Heinrich Gier erwarb 1355 Johann von Nesselrath vom Bergischen Grafen das "Gut Leysiepen, op der Wipper gelegen‘ im Tausch.

Wappen des Ritters Albrecht Zobben von Leisinpen

Leysiefen war nun Pachtgut der Herren zu Nesselrath. 1605 lieferte der "Reutger der halfman zu Leiseiffenn" jährlich an Nesselrath 70 Reichthaler, ein Kalb, 
6 Kapaune, 100 Eier und 12 Pfund Butter ab. Es war also dem Ertrage nach ein Hof von nicht unbedeutendem Umfang. Die Pächter nahmen im Verlauf der Zeit den Hofnamen als Familiennamen an und 1794 erwarben Hermann Schultes und Maria Gertrud, geb. Leysiefer von dem Eigentümer von Nesselrath, Graf Westerholt und Gysenberg, den Hof mit Burgruine, der "Zobbes Mur‘.
Leysiefen war also bis 1794 ein Hof, der der Sicherung des Lebensunterhaltes der Herrschaften auf Leysiefen und später Nesselrath diente

Der Siedlungsplatz Leysiefen dürfte um 1200 oder auch früher mit der Burg Leysiefen entstanden sein. Das adelige Geschlecht Zobbe, das später den Beinamen "de Leysiefen" annahm, dürfte Bauherr gewesen sein. Der Name "Zobbe" ging bald unter und blieb nur im Volksmunde erhalten.

Wann die Burg verfiel, ist nicht feststellbar, sicherlich bald nach dem Erwerb durch den bergischen Grafen und mit dem Erstarken der Herrschaft zu Nesselrath. Denn nach 1280 wird die Burg  Leysiefen nie mehr genannt.

Vor dem dunklen historischen Hintergrund wucherten lebendig die Sagen: Von vergrabenen  Schätzen ist die Rede, von einer Räuberherberge, von zersägten  Rittern und von Geistern, die die verborgenen Schätze bewachen. Die Sage weiß auch den Niedergang der Burg zu erklären: ein Junker von Leysiefen versuchte den badenden Elfen von Heribertsborn Kleider zu rauben. 
Er wurde dabei mit Blindheit geschlagen und fristete fortan auf seiner Burg ein elendes Dasein. Er, der über Schloss, Fischerei und Jagd verfügte, verkam in völliger Armut.

Der Hof blühte. 1811 waren schon zwei Wohnhäuser vorhanden. 1832 drei mit 23 Einwohnern. Wer heute die Hofschaft durchwandert, versteht, warum sich die Elfenrache nur auf die düstere Burg beschränkte.