Denkmalschutz und Denkmalpflege


Die Erhaltung des baulichen Erbes ist eine wichtige, Identität stiftende öffentliche Aufgabe; sie beschränkt sich heute nicht allein auf herausragende Einzeldenkmale wie Adelssitze, Klöster und Kirchen, sondern umfasst auch bäuerliche wie städtische Einzelobjekte ebenso wie Dörfer und Stadtviertel; zu dem großen Gebiet der technischen Baudenkmale zählen Zechenanlagen, aber auch Mühlen, Webereien und andere Betriebe. Ebenso sind Bodendenkmale zu pflegen und zu schützen.

Denkmäler sind natürlich nicht reproduzierbar, sie existieren als Originale, oder sie existieren gar nicht. Das gilt nicht nur für das Ganze, sondern auch für alle Details. Jede, auch die kleinste Änderung beinhaltet einen negativen Aspekt für den Zeugnischarakter. Das schäbige, heruntergekommene verfallene Original ist als Kulturdokument von größerem Wert, weil von höherem Wahrheitsgehalt, als das herausgeputzte, verschönerte, unwahre Neue. Reproduktionen können ihre Daseinsberechtigung haben, der Denkmalbegriff nach dem DSchG NRW ist jedoch maßgeblich mit dem Erhalt der Originalsubstanz des Denkmals verknüpft.

Baudenkmäler sind nicht nur schöne Gebrauchsgegenstände, sondern auch Dokumente einer bestimmten Zeit und Entwicklung. Sie geben uns authentische Informationen über wichtige Aspekte des historischen Wohnens, Entwicklungen des Gestaltenwollens sowie der technischen Möglichkeiten ihrer jeweiligen Erbauungszeit und vielfältige Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte. Diese originalen geschichtlichen Aussagen - zumindest in prägnanten Beispielen - möglichst unverändert, vollständig und gut lesbar für die Zukunft zu erhalten, ist das wesentliche Anliegen der Denkmalpflege. Dazu gehören frühere Umbauten und Altersspuren, die Nutzung und Materialverschleiß hinterlassen haben, ebenso wie die Erhaltung am ursprünglichen Ort und eine angemessene Gestaltungsrücksicht bei Neubauten in der Umgebung.

Veränderungen an einem Baudenkmal, in seiner Umgebung oder innerhalb eines Denkmalbereiches führen fast zwangsläufig zu einem Verlust an historischer Authentizität des geschützten Gegenstandes.

Daher unterliegen solche Maßnahmen einem Erlaubnisvorbehalt seitens der bei der Kommune angesiedelten Unteren Denkmalbehörde. Die Obere Denkmalbehörde als Aufsichtsbehörde ist beim Rheinisch-Bergischen Kreis angesiedelt.

Grundlage aller denkmalrechtlichen Verfahren bildet das am 1. Juli 1980 in Kraft getretene Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler in Nordrhein-Westfalen, kurz Denkmalschutzgesetz (DSchG NRW).

Die Denkmalbehörde berät Denkmaleigentümer bei Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit Amt für Denkmalpflege im Rheinland des LVR. Sie stellt Bescheinigungen für die Inanspruchnahme von steuerlichen Vorteilen aus und gibt Hinweise zur möglichen Gewährung von Zuschüssen in Form günstiger Darlehen. Auf Antrag erteilt die Denkmalbehörde Erlaubnisbescheide nach dem Denkmalschutzgesetz.

Jede Maßnahme an und in einem Baudenkmal, in seiner Umgebung und im Denkmalbereich ist bereits bei der Planungsphase mit der Unteren Denkmalbehörde abzusprechen und steht unter Erlaubnisvorbehalt. Die Denkmalbehörde kann als Ordnungsbehörde in ihrem Zuständigkeitsrahmen Ge- und Verbote, sowie sonstige Ordnungsverfügungen und Bußgelder erlassen.

Leichlingen hat ca. 100 eingetragene Baudenkmäler, 4 Denkmäler, 6 Bodendenkmäler und 2 Denkmalbereiche (Denkmalbereich Dorf und Denkmalbereich Witzhelden). Die Denkmalliste der Stadt Leichlingen ist öffentlich und kann zu den Dienstzeiten bei der Unteren Denkmalbehörde eingesehen werden.

Denkmalbehörde beim Bauordnungsamt der Stadt Leichlingen