Während der Bauzeit


Bei der Ausführung des Bauvorhabens übernimmt der Bauherr verschiedene Verpflichtungen. Der Beginn des Bauvorhabens, die Fertigstellung des Rohbaus und die abschließende Fertigstellung müssen dem Bauordnungsamt mindestens eine Woche vorher mitgeteilt werden.

Das Bauvorhaben unterliegt während der Bauzeit der behördlichen Bauüberwachung. Im Regelfall überprüfen die Baukontrolleure des Bauordnungsamtes anläßlich der Fertigstellung des Rohbaus und schließlich des Gesamtgebäudes die Übereinstimmung des Bauvorhabens mit den genehmigten Plänen. Abweichungen können während der Bauphase als Nachträge gestellt werden. Weicht die Bauausführung von den genehmigten Plänen ab und ist auch nachträglich nicht zu genehmigen, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die geahndet werden muss. Eine Nutzungsuntersagung ist in diesem Falle nicht auszuschließen. Daher: Sollten Sie während der Ausführung des Bauvorhabens feststellen, dass Änderungen vonnöten sind, setzen Sie sich bitte umgehend mit dem/der zuständigen Sachbearbeiter/in ihres Bauordnungsamtes in Verbindung und beantragen Sie diese Änderungen Ihres Bauvorhabens im Rahmen eines Nachtrages. Über eine mängelfreie Abnahme erhalten Sie auf Antrag eine Bescheinigung, deren Vorlage beispielsweise häufig von Ihrem Kreditinstitut als Nachweis verlangt wird.

Statik

Der Nachweis über die Standsicherheit muss dem Bauordnungsamt spätestens bei Baubeginn vorliegen. Liegt dieser Nachweis nicht vor, muss das Bauordnungsamt die Baustelle stilllegen.

Sondernutzung

Werden durch die Bauarbeiten öffentliche Verkehrswege über den Gemeingebrauch hinaus in Anspruch genommen z.B. für Baustelleneinrichtung, muss dazu vorher eine behördliche Genehmigung eingeholt werden. Nähere Auskünfte dazu erteilt die Untere Straßenverkehrsbehörde der Stadt Leichlingen,
Frau Siefen, Telefon 02175/992 342

Baustelle

Von Baustellen gehen oft Gefahren für die öffentliche Sicherheit, insbesondere auch für Kinder aus. Die Baustelle und besonders die Baugrube müssen deshalb vom Bauunternehmer ordnungsgemäß abgesichert werden. Das der Baugenehmigung beigefügte Baustellenschild (roter/grüner Punkt) muss angebracht werden.

Schornsteinfegerbescheinigung

Bei der Einrichtung von Schornsteinen und Feuerstätten muss der Bauherr eine Bescheinigung des Bezirksschornsteinfegermeisters vorlegen, dass sich der Schornstein in einem ordnungsgemäßen Zustand befindet und für die angeschlossenen Feuerstätten geeignet ist Diese Bescheinigung ist so rechtzeitig beim Bezirksschornsteinfegermeister zu beantragen, dass eine Überprüfung des Schornsteines im Rohbauzustand möglich ist.

Haustechnik

Für haustechnische Anlagen ( z. B. Wasserheizungsanlagen, Wärmepumpen, offene Kamine, ortsfeste Behälter für brennbare Flüssigkeiten und Gase, Wasserversorgungsanlagen , Abwasseranlagen...) ist vor ihrer Benutzung durch Vorlage von Bescheinigungen der Unternehmerinnen und Unternehmer nachzuweisen, dass sie den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen. Im Regelfall stellt eine solche Bescheinigung derjenige Unternehmer aus, der die entsprechende Anlage installiert hat.

Energieeinsparverordnung

Mit der Anzeige der abschließenden Fertigstellung eines Gebäudes muss der Bauherr dem Bauordnungsamt einen „Wärmeschutznachweis“ vorlegen. Dieser wird in der Regel durch den Entwurfsverfasser erstellt und muss von diesem mit Tagesangabe und Unterschrift anerkannt sein, sofern bei genehmigungsfreien oder im vereinfachten Verfahren genehmigten Wohngebäuden nicht eine andere Regelung gilt. Der Bauherr muss spätestens bei Fertigstellung des Gebäudes den Wärmebedarfsausweis vorlegen. Er muss von dem Entwurfsverfasser aufgestellt sein. Der Wärmebedarfsausweis stellt die energiebezogenen Merkmale eines Gebäudes dar und ist dem Bauordnungsamt auf Verlangen vorzulegen und Käufern, Mietern oder sonstigen Nutzungsberechtigten eines Gebäudes auf Anforderung zur Einsichtnahme zugänglich zu machen.

Die Fertigstellung

Die Fertigstellung des Vorhabens ist dem Bauordnungsamt eine Woche vorher anzuzeigen. Hierzu können ebenfalls die beigefügten Vordrucke der Genehmigungsunterlagen verwendet werden. Vor Erteilung der Bauzustandsbesichtigung Fertigstellung darf das Gebäude nicht in Benutzung genommen werden. Sollten Sie allerdings schon vorher das Gebäude nutzen wollen, kann ein Antrag auf Vorzeitige Benutzung beim Bauordnungsamt gestellt werden.
Zum Bauzustandsbesichtigungstermin ist das Gebäude mit der von dem Bauordnungsamt vergebenen Hausnummer zu versehen. Die Bauzustandsbesichtigung sowie auch die Geswährung auf vorzeitige Benutzung ist gebührenpflichtig. Auf Verlangen des Bauherrn kann über das Ergebnis der Bauzustandsbesichtigung eine Bescheinigung ausgestellt werden. Nach Fertigstellung ist das Gebäude einzumessen. Die Einmessungsergebnisse sind dem Katasteramt des Rheinisch-Bergischen Kreises in Bergisch Gladbach mitzuteilen.

Verstöße gegen das öffentliche Baurecht

Verstöße liegen z.B. vor, wenn ohne die erforderliche Baugenehmigung oder abweichend vom genehmigten Plan bauliche Anlagen errichtet, verändert oder abgebrochen werden. Die Ordnungswidrigkeiten werden mit einer Geldstrafe geahndet. Mit Zahlung dieser Geldbuße wird der Bauherr jedoch nicht von den sonstigen Folgen seines Vergehens freigestellt. Kann aus bautechnischen oder baurechtlichen Gründen der Verstoß nicht durch nachträgliche Genehmigung legalisiert werden, wird unter Umständen die Beseitigung der nicht genehmigten Bauteile oder der Abriss angeordnet.