Bild von Schloss Nesselrath

Schloss Nesselrath

An der Schlossstraße — zwischen Nesselrath und Leysiefen — liegen an der Wupper die bescheidenen Reste der einst stattlichen, 1536 neu erbauten Burg Nesselrode: Ein Teil der Vorburg mit zweigeschossigem Torhaus, spitzbogiger Durchfahrt und Fachwerk im Giebel, Kreuzstock im Fenster, Bruchstein hofseitig angelehntem Treppenturm. Die ehemalige Ringmauer dürfte noch aus mittelalterlicher Zeit stammen.

Die Ursprünge der Burg liegen im Dunkeln. 1303 wird ein "Fleck von Nesselrode" in Leichlingen erstmals erwähnt. 1327 bezeugt Zobbone di Nessilrode, dass Zobbo von den Kemenaden und Gattin Hilla die in Leichlingen liegenden Äcker Bertenrath und Waltenrath von der Abtei Deutz empfangen haben: 1331 heißt es wieder "Flecke von Nesselrode". Wahrscheinlich erhielt die Familie Flecke, die sich später nur noch "Nesselrode" nannte, durch eine Einheirat,

Foto vom Wald

und zwar ist zu vermuten, dass eine Erbtochter des bergischen Ritter-und Ministerialiengeschlechtes Zobbe, das bis 1280 auf Leysiefen (Zobbesmur) begütert war, die Besitzungen der Familie Flecke zuführte. Der Name "Zobbo" von Nesselrath weist darauf hin.

Um 1500 kam Nesselrode durch Heirat an das Geschlecht Ketteler. 1536 wurde die Burg von Gotthard von Ketteler grundlegend umgebaut und vergrößert. Im 17. Jahrhundert kam Nesselrode an die Familie Westerholt-Gysenberg. In den Folgejahren verlor die Ritterburg immer mehr an Substanz. Nach einem Brand von 1847, der durch einen Blitzschlag verursacht wurde, wurde das Schloss 1850 abgerissen.

Zeichnung von Schloss Nesselrath

Der Chevallier van Ertborn überliefert im Jahre 1842 ein anschauliches Bild der Anlagen, zu einer Zeit, als der Niedergang der Burganlage schon eingeläutet war: "Der Weg zum Schloss, durch stattliche Eschen und Pappeln von der Wupper getrennt, gleicht einem Sumpfe, den man nur mit Vorsicht passieren kann. Wir kommen zur hohen Umfassungsmauer, die als Eingang nur eine Tür in einem viereckigen Turm aufweist. Von dort gelangt man in einen schönen Hof, der an drei Seiten von Wirtschaftsgebäuden umgeben ist. An der vierten, der Südostseite, erblicken wir die geschwärzten Mauern des Schlosses. Dieses Gebäude, das aus zwei Flügeln besteht, die durch einen querstehenden Zwischenbau verbunden sind, ist von einem Wassergraben umgeben, durch den also das eigentliche Schloss, das Herrenhaus, von dem großen Hof und den Wirtschaftsgebäuden getrennt ist.

Foto eines Turmes

Zu dem in dem querstehenden Zwischenbau befindlichen Portal führt eine lange, schmale, gemauerte Brücke, die in gleichen Abständen vier sesselartige Vorsprünge zeigt. Auf diesen konnte man sich niederlassen, wenn man die Passage freimachen musste. Wir durchschreiten dann ein hohes gotisches Eingangsgewölbe, über dem sich ein ähnlich gewölbter Raum befindet, der früher das Archiv des Schlosses barg.
In der Mitte des Gebäudes ist ein etwa 10 Schritte im Geviert messender Hof als Luft- und Lichtschacht. Nahe dem Eingang zu diesem Hof befindet sich die nach oben führende Treppe. Unten wie oben sind eine Reihe großer, aber niedriger Räume mit Decken von gleichmäßigen Balken, die wie die Wände mit Kalk geweißt sind. Über den alten Kamingesimsen, die von vorgekragten Balken in Mannshöhe gestützt sind, sehen wir zwei ausgeschnittene Wappenschilder. In dem rechts vom Eingang befindlichen Zimmer steht an der Stelle des offenen Kamins ein mächtiger gegossener Ofen aus dem Jahre 1541, den die Wappen der Familien Ketteler und Nesselrode zieren. Die Fenster sämtlicher Räume sind viereckig, durch ein Steinkreuz aufgeteilt und mit kleinen Scheiben versehen."