Neugestaltung Wupperufer mit Treppe

Zur Überarbeitung

Die ausgelobte Wettbewerbsaufgabe beinhaltete zwei veritable Themenfelder:

Zum einen das Erarbeiten einer Vision für die zukünftige städtebauliche Entwicklung der Leichlinger Innenstadt, in Form eines perspektivisch angelegten, tragfähigen Masterplankonzepts.
Zum anderen die Entwicklung eines freiraumplanerischen Szenarios, insbesondere für den Wupperraum, unter der Leitidee einer Rückkehr der Stadt an den Fluss.
Das Schwergewicht unserer Planung lag eindeutig auf einer fundierten Analyse vorhandener Strukturen und auf konkreten städtebaulichen Aussagen. Aufgrund der knappen Bearbeitungszeit blieb die Ausformulierung der Freiräume an einigen Stellen auf Konzeptuelles und auf verbalisierte Ideen reduziert.
Die aktuelle Überarbeitung konzentriert sich denn auch im Wesentlichen auf die Freiraumplanung und eine Konkretisierung der übergeordneten Leitidee.
Kritikpunkte und Anregungen des Preisgerichts und aus der Bürgerversammlung sind in der Überarbeitung berücksichtigt worden - die zugrundeliegende Konzeptidee und die grundsätzliche Haltung unserer Arbeit hat jedoch weiterhin Bestand.
Insofern haben die Aussagen der ersten Bearbeitungsphase nach wie vor Gültigkeit. Wir erachten demzufolge die früheren Pläne, Erläuterungstexte und die Analyse der Bildpräsentation weiterhin als Bestandteil der Neufassung, die Gesamtplanung wurde durch die nachfolgend aufgeführten Optimierungen, Varianten und Konkretisierungen lediglich vervollständigt.

Themen der Überarbeitung:   
-   Strukturschema Verflechtung, Leitidee des 4-Brückenraums
-   Bausteine zur Regionale 2010
-   Bauetappen öffentliche und private Maßnahmen
-   Freiraumkonzeption Ausflugspark Pastorat
-   Neuordnung Kirchplatz - Am Steinewerth
-   Neuordnung Kulturhaus - Altes Rathaus
-   Konkretisierung Bebauungskonzept Peschecke
-   Grüne Brücke - Querspange
-   Ausgestaltung Westpromenade - Skulpturenweg
-   Verkehrslösung Rathausplatz - Fußgängerwege
-   Baukörpergliederung Hotel, Platzverschattung

Kirchsteg, Bogenbrücke, Grüne Brücke, Rathaussteg
Solinger Tor, Bergisches Tor, Langenfelder Tor, Leverkusener Tor
Alter Markt, Brückenplatz, Marktplatz, neuer Rathausplatz
Ausflugspark Pastorat, Alter Stadtpark, Wuppergarten, Spielpark Postwiese

Die innerstädtische Kernzone gegliedert sich in einen ländlich geprägten Kreis im Norden und den urbanen Kreis im Süden - im Mittelteil zwischen Bogenbrücke und Querspange überlagern sich diese Kreise.
Die 3 Rundwege im 4-Brückenraum sind demzufolge von ganz unterschiedlichem Charakter. Der Stadtkern bietet damit ein äußerst abwechslungsreiches Szenario für den Fußgänger –  vom beschaulich, naturorientierten Flanieren bis zum geschäftigen Einkaufsbummeln lässt sich die Stadt erwandern.

Die beiden Uferwege - auch hier das städtische und das landschaftliche Element - bilden das Rückgrat der fußläufigen Verflechtung.
Eine Stadt ist ein hochkomplexer Organismus, der sich im alltäglichen Leben ihrer Bürger manifestiert. Nicht das Objekt steht im Mittelpunkt, sondern die Menschen. Die Gebäude, die Strassen die Bäume - letztlich ihre Schönheit und komplexe Verflechtung - sind jedoch von entscheidender Bedeutung für die Vitalität einer Stadt.

 

Stadtmitte und Wuppertreppe

Der Kernbereich zwischen Querspange und Rathaussteg ist der kommerzielle Schwerpunkt der Stadt. Die beiden Pole, Marktplatzzentrum und Rathausarkaden, sind mit dem flussüberspannenden Rundweg miteinander verknüpft. Auch die Platzräume, Marktplatz und Rathausplatz, sind in dieses System eingebunden.
Kommunikative Mitte und attraktives Highlight sind die Wuppertreppen. Als Initialmaßnahme der städtebaulichen Zukunft Leichlingens setzt dieses Element ein deutliches Zeichen für die Rückgewinnung des Flussraumes als urbaner Lebensraum.   
Die Qualifizierung des Einzelhandels ist ein wesentliches stadtpolitisches Ziel. Neben der geplanten Neuordnung des Einzelhandels soll insbesondere die Stärkung des Marktgeschehens, mit der Markthalle, der Marktpassage und dem „kleinen Markt“ auf dem Rathausplatz mit Bücher- Trödel-, Blumenmärkten, den Einkaufsbummel über den Rundweg zu einem abwechslungsreichen Erlebnis machen.
Die Grüne Brücke
Neben der notwendigen Verkehrsfunktion wird die Querspange auch zukünftig eine tragende Rolle als fussläufige Verbindung zwischen den Wupperufern spielen. Für beide Rundwege, den südlichen wie den nördlichen, soll die Flussquerung hier einladender und angenehmer werden.
Mit der Reduktion des Fahrprofils und zusätzlichen, seitlich auskragenden Stegkonstruktionen gewinnen die Gehbereiche eine komfortable Breite. Ein "Pflanzenfilter" zu den Fahrbahnen, in Form einer begrünten, leichten Rankkonstruktion, kann der heute gesichtslosen Brücke ein neues, unverwechselbares Gesicht verleihen.
Der Wuppergarten
wird als „Trittstein“ zwischen Wupper und  Altem Stadtpark ein wesentliches Element der städtischen Verflechtung. Für die hier ansässige Gastronomie eröffnen sich mit einem schönen Biergarten unmittelbar an der Wupperpromenade neue Perspektiven, die Neubebauung am Brückenkopf bietet Investitionschancen in bester Lage. 
Einzelhandel an der Wupper
Stadtraum definierende Wohn- und Geschäftshäuser an der Querspange mit erdgeschossigen Kolonnadenwegen machen den Einkaufsbummel und die Flussquerung abwechslungsreich und bequem. 
Wohnen an der Wupper
Die Entwicklung eines differenzierten Wohnangebots in Flussnähe ist ein stadtstrukturelles Ziel.  Stadtteile ohne Wohnbevölkerung sind tote Viertel.
Die Uferpromenaden
haben unterschiedliche Charaktere. Die östliche mit der großen Wuppertreppe und den Promenadenstegen ist urban geprägt, der westliche Uferweg ist eindeutig naturorientiert. Demzufolge soll dieser Uferbereich weicher moduliert und mit Steinformationen, Flachwasserzonen, Ruheplätzen und intensiver Begrünung entsprechend gestaltet werden.
Skulpturenweg
Die Westpromenade, mit den Wupperlehrpfaden im Norden und Süden, soll im städtischen Abschnitt als Skulpturenweg zusätzlich aufgewertet werden. Künstlerische Interventionen an prägnanten Orten sind ein weiteres Merkmal der Blütenstadt.   
Der Rathausplatz
Der klassische, dreiseitig umbaute und zum Fluss geöffnete Platzraum ist ein angemessener repräsentativer Rahmen für das kommerzielle und politische Zentrum der Stadt. Der Platz ist zentraler Treffpunkt und öffentlicher Veranstaltungsort für Vereins- und Stadtfeste aller Art. Mit der großen Wassertreppe und dem „kleinen Markt“  fungiert er als Bindeglied zur Wupper bzw. zum Marktplatz.
Die niveaugleiche Verkehrsführung über die Platzfläche mittels Pollerreihen und die Fußgängerüberwege sollen ohne Ampeln geregelt werden. Die Beschattung der Platzfläche durch das Hotel erscheint durch eine Gliederung des Baukörpers unproblematisch.
Neuer Busbahnhof?
Die Umlegung des Busbahnhofs an die zentralste Innenstadtlage ist eine längerfristige Zielsetzung. Die Verlagerung ist keine notwendige Voraussetzung dieses Planungskonzepts, jedoch eine wünschens-werte und sinnvolle Option.
Der Marktplatz
Die Aufwertung des Brückerfeldes ist ein Hauptanliegen der Bürgerschaft. Vitalisierende Maßnahmen; Marktpassage, Markthalle (evtl. mit täglichem Angebot) und ein Durchweg zum Ruheplätzchen an der Wupper sollen die Aufenthaltsqualität nachhaltig verbessern.
Der Spielpark Postwiese
wird durch die Verknüpfung von Marktplatz und Rathausplatz ein prominentes Element am fluss- überschreitenden Rundweg. Ein Spielort für alle Generationen erscheint hier, wenige Schritte vom Markt entfernt, optimal. Mit der Fassung durch Sitzstufen und begrünte Pergolen, mit Wasserlauf, Flachwasserzone, Sandflächen und vielfältigen Spielelementen soll das Brückerfeld auch als Wohnort attraktiver werden.
Parkhaus Am Wallgraben
Die Befreiung bebaubarer Grundstücke in bester Innenstadtlage vom ruhenden Verkehr ist eine Voraussetzung für die urbane Entwicklung des Stadtkerns. Zentrale Stellplatzangebote beidseitig der Wupper mit der Tiefgarage am Rathausplatz (ca. 230 Stpl.) und der Hochgarage am Wallgraben (ca. 180 Stpl.) sind deshalb unverzichtbar.
Die Fußgängerbrücke
über den Wallgraben Ist ein wichtiges Verflechtungselement zur direkten Einbindung der südwestlichen Wohnquartiere ans Zentrum und an die Wupper. Die Hochgarage hat, als Widerlager der Stegkonstruktion genutzt, eine zusätzliche Funktion.

 Ausflugspark Am Pastorat

Zwischen dem neuen Kirchsteg und der Bogenbrücke (Marlybrücke), auf dem westlichen Wupperufer angesiedelt, ist das Ausflugsgelände ein gewichtiges Element des neuen Stadttourismus. Der Park soll mit einem vielfältigen Angebot für Spiel, Sport, Erholung und Naturerlebnis insbesondere Familien mit Kindern ansprechen.
Durch die neue Fußgängerbrücke ist der Ausflugspark optimal vernetzt. Die historische Keimzelle der Stadt, das "Dorf" mit dem neu gestalteten Alten Markt liegt wenige Schritt entfernt, auch der Bahnhof ist mit dem geplanten Rampenweg gut erreichbar. Über die Uferpromenaden ist die Stadtmitte rasch zu erreichen - das verspricht positive Effekte sowohl für den örtlichen Handel als auch die Gastronomie.  
Wohnen auf dem Pastorat?
Die Frage wurde von der Jury und den Bürgern unterschiedlich beurteilt. Als Alternative zu unserem Vorschlag, der Ansiedlung einer Seniorenwohngruppe am Kirchsteg, wurde eine ebenso denkbare Lösung mit lediglich einer gastronomischen Nutzung erarbeitet.
Die wirtschaftliche Tragfähigkeit einer ganzjährigen Betreibung des Ausflugslokals muss jedoch hinterfragt werden. Der synergetische Nutzeffekt einer gleichzeitigen Nutzung als Cafeteria einer Seniorenwohnanlage würde in diesem Falle entfallen.
Das Ausflugslokal
ist kommunikativer Mittelpunkt und Drehscheibe des Parks, direkt an der Fußgängerbrücke situiert.
Die Wupperplatte
reagiert auf die historische Situation Am Steinewerth (ehemaliger Mühlenkanal) auf dem gegenüber liegenden Kirchplatz. Die frei übers Wasser ragende Aussichtsplattform fungiert als Aktionsfläche für Feste und Veranstaltungen - gastronomisch bewirtschaftet bietet sie ein einmaliges, Natur geprägtes Flusserlebnis.
Kanuanlegestelle
Unmittelbar neben Kirchsteg, Wupperplatte und dem Restaurant liegend, ist der Landeplatz für Wasserwanderer, Passanten und Verweilende gleichermaßen attraktiv.
Das Wupperlabyrinth
ist eine Hauptattraktion des Ausflugsparks. Mannshohe Apfeldorn-Hecken knüpfen an die lokale Tradition an und stärken somit das Alleinstellungsmerkmal der Blütenstadt. 
Imkergarten und Streichelzoo
am nordwärts führenden Promenadenweg zur Hochzeitsallee sind populäre, familienorientierte Angebote angesiedelt.
Die Hochzeitsallee
Eingebettet in eine Streuobstwiese führt die Obstbaumallee in die nördlichen Flussauen. Hinweistafeln am Auftaktplätzchen des Lehrpfades informieren über die Leichlinger Obstbaumtradition.
Klettergarten und Minigolf
Im Zuge der Realisierung des Rampenweges zum Bahnhof (leichte, schwebende Stegkonstruktion) sollen Kletterfelsen für Freeclimbing in die bewaldete Böschung integriert werden. Klettergarten und Minigolfanlage wären spezifische Attraktionen für die Jugend.
Die Heckenräume
Frei ins Parkgelände eingestreute Heckenräume gliedern die große Spielwiese am Fluss und bilden geschützte Rückzugsorte und Picknickplätze. Als plastische Objekte sind diese als Teil des Skulpturenpfades entlang der Westpromenade zu verstehen.
Grillplätze und Feuerstelle
sind unverzichtbare Einrichtungen für Schulklassen, Jugendgruppen und Familienausflüge.
Picknicktische
Fest installierte, rubuste und buntfarbige Picknick-tische werden frei angeordnet oder in die Heckenräume eingefügt.
Der Barfusspfad
Als Teil des Promenadenwegs bietet der Barfusspfad mit unterschiedlichen Bodenmaterialien ein sensorisch-therapeutisches Angebot für alle Generationen.
Flachwasserbereiche
Nach hydrologischen Gesichtspunkten gestaltete Niedrigwasserzonen sollen ein gefahrloses Spielen im Wasser gewährleisten. Die Integration von didaktischen Spielgeräten wie Wasserräder. Pumpen o.ä. wäre wünschenswert
Der Felsengarten
mit Findlingen und geschichteten Steinquadern vermittelt ein naturnahes, zu Sport und Spiel anregendes Ambiente am Fluss. 
Parkplätze
Die lineare Anordnung der Stellplätze als Diagonal- und Längsparker (ca. 60 Stpl.) entlang des Fahrwegs schafft einen optimalen Raum für den Erholungspark. Begleitende Hecken bieten Sichtschutz. Die Parkplatzordnung vermeidet Barrierewirkungen entlang des Promenadenwegs.