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Alte Kirche Johannesberg

Vermutlich 1593 wurde unter dem Pfarrer Sibertus Fabricius in Leichlingen die Reformation eingeführt. Bis auf einige Halfen oder Pächter der Höfe, die Eigentum der Abtei Deutz waren, gehörten Ende des 17. Jahrhunderts nahezu alle Einwohner Leichlingens der evangelischen Kirche an. Die wenigen Katholiken orientierten sich zu den Nachbargemeinden, vornehmlich Reusrath. Die Zahl der Katholiken stieg im 18. Jahrhundert wieder an und 1789 betrug sie 315. Der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus wuchs. Im Protokollbuch des Leichlinger Hofgerichts ist unter dem 5.5.1789 zu lesen, dass mehrere „begüterte Römisch-Katholische Eingesessene und Gemarkenbeerbte“ den Abt bitten, er möge den für Kirche, Pfarr- und Küsterwohnung erforderlichen Grund und Boden geben, und zwar den Grund „boven dem Kellersweyer“.

Nach langwieriger Anlaufzeit wurde am 11.5.1807 auf dem Grundstück „Im Virmes“ oberhalb des Kellersweiers der Grundstein für das Gotteshaus gelegt, dessen Steine im Schmerbachtal in Gemeinschaftsarbeit von Katholiken und Protestanten gebrochen und angefahren wurden. Am 4.8.1811 konnte die Kirche eingeweiht werden. Zu Ehren des Kirchenpatrons wurde das umliegende Gebiet fortan „Johannisberg“ benannt. Wertvollste Ausstattung war die heute in der Kirche eingebaute Kanzel aus dem aufgelösten Kreuzherren-Kloster zu Düsseldorf. Die Seelenzahl der Katholiken stieg weiter. Pfarrer Ludger Kühler berichtet: „Der Neubau der Kirche konnte nicht länger hinausgeschoben werden, denn die Seelenzahl der Gemeinde war auf 1900 angewachsen. Nicht mehr als die Hälfte von ihnen fand im Gotteshaus Platz. Viele mussten vor der Türe stehen bleiben“. 1904 ist die neue Pfarrkirche eingeweiht worden. Um diesen Bau zu ermöglichen, sah man sich gezwungen, die alte Kirche mit Pastorat zu verkaufen. Doch wurde sie 1915 zurückerworben und zum Jugendheim ausgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der alte Kirchenraum dem Orgelbau. Heute steht die Kirche wieder dem Gottesdienst zur Verfügung.