Foto von Evangelische Kirche Leichlingen

Evangelische Kirche Leichlingen

 

  • Taufkirche im 10. Jahrhundert
  • Dreischiffige Basilika vom 13. bis 18. Jahrhundert
  • 1753 Neubau der jetzigen Barockkirche auf den Fundamenten ihrer Vorgängerinnen
  • 1877 wurde der Kirchturm in der heutigen
    Form erbaut, nachdem er bereits 1843 
     durch Blitzschlag stark beschädigt worden
    war.

Aus "Kurzer Führer durch die Kirche"

Die erste Kirche Leichlingens stand, wie der gesamte Dorfkern, auf einer Wupperinsel. Sie ist heute die evangelische Kirche und Leichlingens ältestes sakrales Baudenkmal Aus der Frühzeit der Kirche liegen nur wenige Berichte vor. Als echt ist aber eine Urkunde zu werten, die aussagt, dass Erzbischof Heribert (+1021) das Gotteshaus im Jahre 1019 der von ihm gegründeten Abtei Deutz schenkte

Fundamentteile, die erst 1955 beim Bau einer Heizungsanlage im Kirchenschiff zum Vorschein kamen, bezeugen, dass die älteste Kirche ein Saalbau von 500 Zentimetern Breite war, der in einen Rechteckchor auslief. Auf den Fundamenten der Außenmauern dieser Kirche stehen heute die Holzsäulen, die die Empore tragen. Schwierig ist die zeitliche Bestimmung des ersten Baues, denn Saalbauten mit Rechteckchören gehören zum Allgemeingut seit den frühesten Zeiten unserer kirchlichen Entwicklung. Da bisher in Leichlingen keine älteren Spuren eines kirchlichen Gebäudes gefunden wurden, muss der Saalbau einstweilen als der Gründungsbau angesehen werden. Das Patrozinium Johannes des Täufers führt in die frühe Zeit und legt den Gedanken an eine alte Pfarrkirche mit Taufrecht nahe.
Um 1200 wurde wegen Verfallserscheinungen und der räumlichen Enge ein dreischiffiger Erweiterungsbau errichtet. Spuren dieses dreischiffigen Bauwerkes traten bei den Heizungsarbeiten im Jahr 1955 zutage

Foto der Orgel mit Engel im Vordergrund

Als die mittelalterliche Basilika Verfallserscheinungen zeigte, entschlossen sich Pfarrer und Kirchenvertreter, das Gotteshaus von Grund auf zu erneuern. Am 29.6.1753 legte die Freifrau von Westerholt und Gysenberg den Grundstein der neuen Kirche. Die Jahreszahl 1753 ist über dem Nordportal zu lesen. Die Jahreszahl 1754 in einem Quaderstein im Verlauf der Nordmauer zur Straße hin bedeutet, dass die Mauern der neuen Kirche im Jahre 1754 hochgezogen wurden. Der Neubau wurde eine Kirche im Barockstil und 1756 eingeweiht.

Foto von Inneneinrichtung der Kirche

Glockenträger der mittelalterlichen Basilika war ein massiver Turm mit Stubbenhelm. 1786 wurde der Glockenturm erneuert und die Turmmauer um etwa drei Meter erhöht. 1843 schlug ein Blitz in den Turm ein, der großen Schaden anrichtete. Weitere Blitzschläge erschütterten den Glockenturm bis in die Grundmauern. Mitte 1876 wurde der heutige Kirchturm gebaut und 1877 fertig gestellt. Das untere Stockwerk entstand aus den noch verwertbaren Steinen des alten Turmes. Auf der neuen Turmspitze residierte wieder der Kirchturmhahn, der als eines der ältesten Attribute des Gotteshauses gilt (vermutlich 12.Jh.). Der Turm beherbergt noch eine Glocke aus dem 16. Jh., die St-Heriberts-Glocke (1552) des Derich von Köln. 1993 war der Turm baufällig. Das Verblend-Mauerwerk war mit dem Gemäuer des Turmes nicht verbunden und drohte einzustürzen. Die Sandstein-Ornamente der Fenster und Schalllöcher waren stark verwittert und mussten erneuert werden. Zudem erwies sich die Holzkonstruktion des Turmhelms als unzureichend. Nach umfassender Restaurierung steht seit 1995 der Turm wieder im alten Glanz.

Fotos Innenraum: Herbert Böttges