Die Blütenstadt


Die Blütenstadt Leichlingen liegt im Zentrum der bergischen Obstkammer. Schon um 1500 stellte der Obstanbau an der Niederwupper einen Haupterwerbszweig dar, der seiner Bedeutung entsprechend in dem alten Lützenkirchener Scheffensiegel seine Würdigung fand: eine Birne mit zwei Blättern als Siegelmotiv.

„Im Jahr 1822 sind in Leichlingen 2.450 Obstbäume, größtenteils Zwetschen und Kirschen, angepflanzt worden. Die Gesamtzahl der in der hiesigen Gemeinde gepflanzten Obstbäume – Äpfel, Birnen, Zwetschen und Kirschen – beträgt 49.200“, überlieferte der damalige Bürgermeister von Leichlingen, Joseph Everhard.

Zahlreiche Hofschaften, umsäumt von Hochstammobstbäumen, prägten einst das Landschaftsbild. Im Frühjahr, während der Baumblüte, war Leichlingen die Ausflugsattraktion. Am Sonntag der Hauptblüte, dem Blütensonntag, strömten Besucher von nah und fern nach Leichlingen, Sonderzüge trafen ein und über den Blütensonntag 1928 lesen wir: „An jenem Sonntag wurde die Stadt regelrecht trockengelegt. Der Ansturm von Besuchern und Blütenfahrern war so gewaltig, dass am späten Nachmittag kein Geschäft mehr Bier, alkoholische Getränke, Kaffee, Erfrischungen oder Speisen anbieten konnte.“

Leichlingen erhielt den Beinamen „Blütenstadt“.

In den sechziger Jahren setzte der Niedergang der Hochstammkulturen ein. Der wirtschaftlichere Niederstammanbau begann.

Auch heute noch ist die landschaftlich reizvolle Lage Leichlingens mit ihren versteckt liegenden Baumhöfen und Obstbaumplantagen für viele Auswärtige vor allem im Frühjahr ein begehrtes Ausflugsziel.

Die Stadt ist daran interessiert, den Beinamen Blütenstadt zu pflegen. So hat Bürgermeister Ernst Müller in Zusammenarbeit mit dem Leichlinger Landesgartenplaner Jörg Esken über mehrere Jahre hin Bauherren von Eigenheimen zur Begrüßung ein hochstämmiges Obstbäumchen (alte Apfel- und Birnbaumsorten) geschenkt. Immerhin konnten sich über 500 Neubürger an dieser blühenden Geschenkinitiative der Blütenstadt erfreuen. Und auch aktuell – im Rahmen der Regionale 2010 – ist die Stadt bestrebt, dem Stadtimage mit der blühenden Baumpracht verstärkt gerecht zu werden.