Der Planungsablauf


Der Architekt ermittelt zunächst alle notwendigen Grundlagen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Begehung des Grundstückes
  • Erkundung der planungs-und baurechtlichen Möglichkeiten (Bebauungsplan, Einfügungsgebot, Außenbereich etc. Baulasten, Grunddienstbarkeiten, Denkmalschutz, Versickerungsgebote, Ausgleichsgebote...)
  • Erkundung der technischen Voraussetzungen (Beschaffenheit des Baugrundes, Bodenbelastungen...)
  • Erkundung der Umgebungsbebauung zur Beurteilung der Einfügung Ihres Bauvorhabens in die vorhandene Bebauung

Im Rahmen der Vorentwurfsplanung entwirft der Architekt unter Berücksichtigung Ihrer Wünsche und Möglichkeiten erste Skizzen. Ist der Bauherr mit dem Vorentwurf einverstanden, kann der Architekt in die Entwurfs- und Genehmigungsplanung einsteigen, d.h. alle Pläne werden jetzt detailliert im Maßstab 1:100 ausgearbeitet und zusammen mit den notwendigen Bauantragsunterlagen (siehe Kapitel 5 ) dem Bauamt zur Genehmigung eingereicht. Nachdem geklärt ist, dass das Vorhaben genehmigungsfähig ist erstellt der Architekt bzw. Statiker die sogenannten bautechnischen Nachweise. Hierzu gehören die statische Berechnung sowie die Nachweise über den Schallschutz, den Wärmeschutz und den Brandschutz.
Die Ausführungsplanung, die im Maßstab 1:50 dargestellt wird, enthält alle für die Handwerker notwendigen Informationen zur eigentlichen Erstellung Ihres Bauvorhabens. Anhand der Ausführungsplanung werden die Baumassen als wesentlicher Bestandteil der Leistungsbeschreibungen und Kostenangebote ermittelt. Die Leistungsverzeichnisse bieten die Voraussetzung, vergleichbare Kostenangebote von einzelnen Firmen für die jeweiligen Gewerke zu erhalten. Danach vergibt der Bauherr in Übereinstimmung mit dem Architekten die einzelnen Arbeiten an Firmen seiner Wahl. Sobald der Bauantrag genehmigt ist, kann mit dem Bauen begonnen werden. Der Architekt hat einen Terminablaufplan erstellt und die Handwerker an Ort und Stelle eingewiesen. Er überwacht die Ausführung und fertigt bei der Abnahme der handwerklichen Leistungen ein Protokoll (Bautagebuch) an, wobei eventuell noch vorhandene Mängel festgehalten und die Nachbesserungsfristen vereinbart werden. Parallel zum Baugeschehen sind Teil- und Schlussrechnungen zu prüfen, die Gewährleistungsfristen entsprechend den Abnahmen festzulegen und die Zahlungen durch den Auftraggeber zu veranlassen.